E-Trottinett über den Zürcher Winter bringen
Die meisten Schäden, die wir im März sehen, sind nicht im März entstanden. Sie sind im November entstanden, als jemand das Trottinett leer und nass in den Veloraum gestellt hat. Fünf Dinge, die das verhindern — und eines davon können auch wir nicht mehr reparieren.
1. Der Akku ist das Einzige, was wirklich kaputtgehen kann
Mechanik rostet, Mechanik lässt sich ersetzen. Ein tiefentladener oder bei Minusgraden geladener Lithium-Akku ist dagegen dauerhaft schwächer — und ein neuer kostet oft ein Drittel des Gerätepreises. Die Regeln sind einfach:
- Drinnen lagern, bei Zimmertemperatur. Nicht im ungeheizten Veloraum.
- Nicht bei Kälte laden. Erst aufwärmen lassen, dann ans Kabel.
- Etwa halb voll, wenn es länger steht. Nicht leer, nicht randvoll. Alle paar Wochen kurz nachladen.
Und hier die unbequeme Hälfte: einen geschädigten Akku können wir nicht retten. Wir machen Mechanik, an Zellen und Elektronik fassen wir grundsätzlich nichts an. Diesen Punkt musst du selber erledigen — er ist der einzige auf dieser Liste, bei dem Nachlässigkeit richtig teuer wird.
2. Salz abspülen, aber richtig
Streusalz kriecht in Lager, Schrauben und Bremssättel. Nach Salzfahrten reicht klares Wasser aus der Giesskanne und ein Lappen. Kein Hochdruckreiniger — der drückt Wasser durch jede Dichtung, und an einem E-Fahrzeug ist das die schlechteste aller Ideen.
3. Reifendruck prüfen, alle zwei Wochen
Kleine Reifen verlieren Luft schneller als grosse, und Kälte senkt den Druck zusätzlich. Zu wenig Druck ist die häufigste Ursache für Durchschläge — und am Hinterrad ist ein Durchschlag genau die teure Reparatur, weil dort der Motor drinsteckt. Zwei Minuten alle zwei Wochen sind die beste Investition, die es an diesem Fahrzeug gibt.
4. Schrauben nachziehen
Vibration und Kälte lockern alles: Lenkerklemmung, Klappmechanismus, Schutzblech, Bremshebel. Einmal im Monat mit dem mitgelieferten Schlüssel durchgehen. Ein Klappmechanismus, der Spiel hat, wird nicht von allein wieder fest — und er ist das Teil, dessen Versagen am unangenehmsten endet.
5. Licht kontrollieren
Im Winter fährst du praktisch immer im Dunkeln. Weiss vorne, rot hinten, und in der Schweiz ohnehin auch tagsüber eingeschaltet — die Details stehen in unserem Überblick über die Regeln. Eine abgerissene Halterung ersetzen wir nebenbei, wenn wir sowieso da sind.
Der Frühlings-Check
Wenn das Trottinett den Winter überstanden hat, lohnt sich einmal alles durchsehen, bevor die Saison losgeht: Bremsen, Reifen, Schrauben, Klappmechanismus. Wir machen das vor deiner Tür — und sagen dir ehrlich, wenn nichts zu tun ist.
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Häufige Fragen
Kann man ein E-Trottinett im Winter draussen stehen lassen?
Besser nicht. Nicht wegen der Mechanik, sondern wegen des Akkus: Lithium-Zellen mögen Kälte nicht, und Laden bei Minusgraden schadet ihnen dauerhaft. Ideal ist drinnen bei Zimmertemperatur, mit etwa halbem Ladestand, wenn es länger steht.
Was macht Streusalz mit dem Trottinett?
Dasselbe wie mit einem Velo, nur schneller: Salz kriecht in Lager, Schrauben und Bremssättel. Nach Salzfahrten kurz mit klarem Wasser abspülen — nicht mit dem Hochdruckreiniger, der drückt Wasser genau dorthin, wo keines hingehört.
Welcher Reifendruck im Winter?
Eher am unteren Ende der Herstellerangabe, das gibt bei Nässe mehr Aufstandsfläche. Aber nie deutlich darunter: zu wenig Druck ist die häufigste Ursache für Durchschläge — und am Hinterrad ist genau das die teure Reparatur.
Soll man im Winter überhaupt fahren?
Klar, viele tun es. Nur mit mehr Abstand, weniger Tempo und Licht an — auch tagsüber, das ist in der Schweiz ohnehin Vorschrift. Bei Schnee und Eis sind die kleinen Räder allerdings schnell am Ende; dann ist das Tram ehrlicher.
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